Die Ingolstädter Kommunalbetriebe betreiben ein Vorhaben, das belegt, wie konsequent in der Stadt ökologische Gesichtspunkte im praktischen Tagesgeschehen vorangetrieben werden...
Unter dem Motto „Vergären vor Kompostieren“ wird eine Anlage zur energetischen Aufbereitung von Bioabfall errichtet. Dafür wird eine eigene Gesellschaft, die BioIN GmbH gegründet, die im Rahmen einer öffentlich-privaten Zusammenarbeit zwischen den Kommunalbetrieben und dem Entsorgungsunternehmen Büchl aus Ingolstadt den Betrieb organisieren wird.
Derzeit wird der anfallende Hausmüll im Stadtgebiet über ein flächendeckendes Drei-Tonnensystem gesammelt. Mit den serviceorientierten Abfallholsystemen, ergänzt um die Abfallsammelstellen, hat Ingolstadt die niedrigste Restmüllquote unter den bayerischen Großstädten erreicht. Neben Papierabfall und Restmüll wird Biomüll getrennt erfasst und von den Kommunalbetrieben eingesammelt. Gartenabfälle können zusätzlich an zwei Annahmestellen angeliefert werden. Auch im Bereich des Gartenamtes entsteht Biomasse. In Ingolstadt fallen so insgesamt rund 18.000 Jahrestonnen an. Diese wurden bisher kompostiert und als Kompost weiter verwertet. Der Inhalt an regenerativer Energie dieses Rohstoffes Bioabfall blieb bisher ungenutzt.
Die neue Bioverwertungsanlage ändert dies. Etwa die Hälfte der Menge des bei der Vergärung entstehenden Biogases kann in brennbares Gas umgesetzt und zur Strom- und Wärmeerzeugnis genutzt werden. Durch die Umstellung auf die Vergärungstechnologie und dem damit erzeugten elektrischen und thermischen Ertrag, können aus dem Ingolstädter Biomengenaufkommen rund 250 Einfamilienhäuser mit Energie versorgt werden. Mit der neuen Bioverwertungsanlage werden 3.000 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr eingespart. Dies ist ein weiterer wichtiger Beitrag zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes in Ingolstadt.
Erfreulich ist, dass sich damit insgesamt auch Kosteneinsparungen ergeben, die sich auf rund 834.000 Euro pro Jahr berechnen lassen und die selbstverständlich auch in die Abfallgebühren eingerechnet werden, die die Ingolstädter Bürger zahlen.
Die Ingolstädter Kommunalbetriebe, als Tochterunternehmen der Stadt stärken mit der Bioverwertungsanlage langfristig die Entsorgungssicherheit in Ingolstadt und leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz. Die Stadt realisiert damit erneut ein Projekt, das sie den Zielen aus ihrem 20-Punkte-Programm zur Minderung des CO2-Ausstoßes näher bringt.
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